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Einer der meistgenannten Gründe, warum jemand an einem Erziehungskurs teilnimmt, ist, dass der Hund nicht kommt, wenn man ihn ruft. Er hat einfach besseres zu tun: Jogger jagen, neue Hunde kennen lernen und mit ihnen toben oder `mal nachsehen, was die netten Spaziergänger denn so in ihren Taschen haben.

Was tun?

Man kommt der Lösung des Problems schon einen Schritt näher, wenn man sich fragt:

Frage 1: Warum tut der Hund das?
Antwort:  Weil es ihm Spaß macht. 

Frage 2: Wie kann ich ihn davon abhalten, etwas zu tun, das Spaß macht?
Eine Antwort könnte sein: Ich sorge dafür, dass es ihm keinen Spaß mehr macht. 

Frage 3: Aber wird er dann gerne zu Ihnen kommen? Das ist doch das Hauptziel!
Antwort: Wahrscheinlich nicht.

Eine andere Antwort auf Frage 2 lautet: Bieten Sie ihm etwas, das noch viel mehr Spaß macht!

Frage 4: Wie soll man das anstellen?
Antwort: Spielen, spielen, spielen.

Spielen, spielen, spielen

Natürlich können Sie einen Hund auch mit Leckerchen belohnen, erfahrungsgemäß haben diese jedoch gegenüber einem ausgelassenen Spiel einen niedrigeren Stellenwert bei unseren Hunden.

Wenn Sie jetzt sagen „Mein Hund spielt aber nicht.“, dann sollten Sie sich fragen, ob er wirklich gar nicht spielt (mit anderen Hunden auch nicht?) oder nur nicht mit Ihnen. Sehr viele Hunde spielen nämlich nur mit Ihren Artgenossen. Das liegt daran, dass der Besitzer dann einfach nicht gelernt hat, wie er richtig mit seinem Hund spielen soll. Verzagen Sie nicht, wenn es nicht sofort funktioniert. Sondern betrachten Sie auch das gemeinsame Spiel als eine Übung, die Sie regelmäßig wiederholen müssen, damit Sie und Ihr Hund wissen, wie es geht.

Also Lektion Nummer eins: Lernen Sie an einem Ort ohne Ablenkung richtig mit Ihrem Hund zu spielen. Er muss begeistert sein. Hören Sie auf zu spielen, wenn Sie das Gefühl haben, es macht dem Hund gerade am meisten Spaß. Er wird sich wünschen, dass es weiter geht. Wenden Sie sich ab. Wenn er sie bedrängt, gehen sie nicht darauf ein. Hat er die Hoffnung schon aufgegeben, rufen Sie Ihn und beginnen wieder mit dem Spiel. So erreichen Sie, dass sich Ihr Hund nichts sehnlicher wünscht, als dass Sie endlich seinen Namen rufen. Das ist sehr wahrscheinlich schon 100% das Gegenteil von dem, was er vorher über Ihr Rufen dachte.

Nicht zu ehrgeizig!

Machen Sie die Übung nicht länger als 5 Minuten am Stück! Sie fordert sehr viel von Ihnen und Ihrem Hund, auch wenn es zunächst nicht so aussieht.

Wenn Ihr Hund an diesem ruhigen Ort auf kurze Entfernung immer freudig zu Ihnen gelaufen kommt, gehen Sie mit Ihm eine Runde (am besten über eine große Wiese). Rufen Sie ihn nicht, wenn Sie das Gefühl haben, er kommt eh nicht. Rufen Sie ihn, wenn er gerade nichts besseres zu tun hat, und toben Sie mit ihm. Wer sagt, Hundeausbildung sei nicht anstrengend?

Der Schwierigkeitsgrad kann dann langsam gesteigert werden. Der Hund wird mehr und mehr das Spiel mit Ihnen jedem Jogger und jedem Hund vorziehen, wenn er gelernt hat, dass Sie viel besser spielen können.

Wenn Sie nicht wissen, was Ihrem Hund gefällt, beobachten Sie doch einmal zwei Hunde im Spiel und gucken Sie sich dort ein paar Tricks ab. Viele Anregungen bieten auch die Bücher und Videos von Ekard Lind.

 

 

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